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5.2.1 Einstiegsgehalt und Verhandlungen

Das Anfangsgehalt bestimmt die gesamte weitere finanzielle Laufbahn mit. Ein transparentes Verfahren der qualitativen und quantitativen Leistungsmessung 8 wird daher zur Festlegung des Entgelts empfohlen. Dabei sollten Kriterien festgesetzt werden, die für alle Beschäftigten gleichermaßen gelten; auch ein Vier-Augen-Prinzip kann hilfreich sein, um die Festsetzung – unabhängig von der direkten Vorgesetzten allein – nachvollziehbar zu machen. Mit diesem Blick ist es auch interessant, den Einkommensbericht heranzuziehen und sich detaillierter mit der Bewertung von NeueinsteigerInnen auseinanderzusetzen. Folgende Fragen und Überlegungen können dabei behilflich sein:

  • Zeigt der Einkommensbericht Unterschiede in den Dienstjahren innerhalb von Verwendungsgruppen(jahren) auf? Dann ist die Frage wichtig: Welche Vordienstzeiten wurden jeweils angerechnet und warum?
  • Wie entstand die Überzahlung und welche Überlegungen lagen zu Grunde? Wenn sich die „frei“ verhandelten Gehälter zwischen Frauen und Männern unterscheiden, kann dies ein Anlass sein, Prozesse für transparentere Gehaltsverhandlungen zu entwickeln.
  • Gibt es im Unternehmen vorab festgelegte Kriterien zur Bewertung von Stellen? Wenn im Einkommensbericht Unterschiede gerade im Bereich der Überzahlung ersichtlich werden, kann dies darin begründet sein, dass Gehälter oft „spontan“ und damit intransparent entstehen. Dies macht die Nachvollziehbarkeit von Gehältern schwierig.
  • Sind bereits bei Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung deutliche Einkommensunterschiede im Bericht erkennbar? Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass bei Verhandlungen zum Einstiegsgehalt oft noch Geschlechterstereotype oder Vorstellungen über „Marktwerte“ ins Spiel kommen, die hinterfragt und durch transparentere Prozesse vermieden werden können. Auch wenn BewerberInnen bei Einstellungsgesprächen unterschiedliche Gehaltsvorstellungen haben, stellt ein transparentes System die gleichwertige Zahlung sicher.
  • Gelten die Kriterien für höhere Gehälter für alle Beschäftigten, und werden auch alle Tätigkeiten entsprechend genau beschrieben und bewertet, um diese Kriterien erfüllen zu können?
 

8) Nachzulesen in Karin Tondorf / Andrea Jochmann-Döll, (Geschlechter-)Gerechte Leistungsvergütung? Vom (Durch-)Bruch des Leistungsprinzips in der Entlohnung. Düsseldorf, 2004.